Aus unserem letzten Gemeindebrief

Liebe Freunde,

Joseph Beuys ist einen von denen,  die Worte finden wie ein moderner Johannes der Täufer.
Sie können uns nicht nur Anregung sein, neu "sehen" zu lernen, sondern auch selber Worte zu suchen, um dessen Wesen zu beschreiben, den wir in unserem eigenen Leben
kennen? erfahren? ahnen?
Jede eigene Bemühung, so unbeholfen sie uns auch scheinen mag, bringt uns auf Bewegung auf ihn zu!

Mit den besten Wünschen für einen reichen Sommer
grüßt Sie herzlich
Ihre Gwendolyn Fischer

 

„… Der Christus kann mit einem inneren Auge wahrgenommen werden.
Und in diesem inneren Auge zeigt sich, was aus der Auferstehung Christi geworden ist….
Wer mit dem inneren Auge zu sehen sucht, der sieht, dass er längst wieder da ist.
Nicht mehr in einer physischen Form, aber in der bewegten Form, einer für das äußere Auge unsichtbaren Substanz.
Das heißt, er durchweht jeden einzelnen Raum und jedes Zeitelement substanziell.
Also er ist ganz nah da. Und die Schwelle zum Einbruch in den Menschen ist so gewaltig, wie nie in der Geschichte.
Nur: es fehlt noch die offene Zuwendung, das zu erleben und sich dann als Mensch von Grund auf zu verändern.
Da, wo gegenwärtig die Entfremdung zwischen den Menschen sitzt
- man könnte fast auch sagen als eine Kälteplastik -
da muss eben die Wärmeplastik hinein.
Die zwischenmenschliche Wärme muss da erzeugt werden.
Das ist die Liebe. Das ist das, was in diesem geheimnisvollen Christusbegriff steckt…“

Joseph Beuys



Mathis Grünewald (Isenheimer Altar)
Johannes der Täufer